Jakob Kneip, Dichter aus unserer Heimat

 

Jakob Kneip

Der berühmte Sohn unseres Ortes wurde am 24.April 1881 in Morshausen geboren. Zu seinem Andenken wird zur Zeit der Murscher Backes mit Zuschüssen des Landes Rheinland-Pfalz, vor allem aber durch enorme Eigenleistungen Backes renoviert und das obere Stockwerk als Museeum und Archiv eingerichtet. Die feierliche Eröffnung fand am 24.April 1999 statt.

Daten zu Leben und Werk

Die nachfolgenden Daten zu Leben und Werk von J.K. wurden von Joachim Dollwet zusammengestellt. Dabei dienen als Abkürzungen: G = Gedicht, E = Epik, Ess = Essay

1881 Am 24. April wird Jakob Kneip als Sohn des Landwirts Johann Josef Kneip und der Elisabeth Ludovika Windhäuser in Morshausen geboren.

Besuch der Volksschule in Morshausen, des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums (heutiges Görres-Gymnasium) in Koblenz - dort erste Gedichte (um 1900).

1902 Abitur in Koblenz. Anschließend Besuch des Priesterseminars in Trier; Studium der Philosophie, Germanistik, Neuphilogie in Bonn, London und Paris.
1904 Wir drei (G, mit W. Vershofen und J. Winckler).
1908 Staatsexamen in Bonn. Lehramtskandidat in Fulda, Limburg undBad Ems; Lehrer in Wiesbaden, Hadamar und Diez.
1912 Gründung des Bundes der Werkleute auf Haus Nyland (zusammen mit W.Vershofen und J. Winckler).
1915 Im ersten Weltkrieg zeitweise dem lothringischen Train-Bataillon No. 16 zugewiesen.
1917/18 Dolmetscher im preußischen Kriegsministerium und an der Dolmetscherschule Berlin. Ein deutsches Testament (G).
1917 Bekenntnis (G).
1918 Barmherzigkeit (E).
1919 Der lebendige Gott (G).
1921 Lehrer an der Oberrealschule in Köln (Humboldtstraße). Austritt aus dem Nyland-Bund
1918 Am 1. Juni heiratet Kneip in Bonn Ida Karoline Sophie Neukranz. An Frankreich (Ess).
1925 Auf Anregung Kneips findet die Erste Rheinische Dichtertagung in Köln statt.
1926 Gründung des Rheinischen Dichterbundes (zusammen mit A. Paquet).
1927 Vortrag 'Über Religion und Dichtung' in Trier. Hampit der Jäger (E).
1929 Kneip wird pensioniert, lebt weiterhin in Köln. Austritt aus dem PEN-Club.
1932 Dritte Italienreise. Porta Nigra oder Die Berufung des Martin Krimkorn (E).
1934 Bauernbrot (G); Hunsrückweihnacht (E).
1935 Fülle des Lebens (G); Das Reich Christi (Ess.)
1936 Feuer vom Himmel (E).
1937 Bergweihnacht (E).
1939 Umzug nach Bruch. Der Kölner Dom (Ess).
1941 Umzug nach Pesch in der Eifel. Das Siebengebirge (Ess).
1942 Frau Regine (E).
1946 Kneip wird Präsident des 'Rheinischen Kulturinstituts' in Koblenz, dessen Gründung er mit angeregt hatte. Botschaft an die Jugend (Ess).
1948 Die geistige Aufgabe am Rhein (Ess).
1949 Licht in der Finsternis (E).
1953 Gesammelte Gedichte; Weltentscheidung des Geistes am Rhein (Ess).
1954 Johanna - eine Tochter unserer Zeit (E).
1955 Der Apostel (E).
1956 Kneip wird das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen.
1958 Am 14. Februar stirbt Jakob Kneip in Mechernich an den Folgen eines Eisenbahnunfalls. Der neue Morgen (G).

Eigenhändiger Lebenslauf von Jakob Kneip

Konzept in Tinte mit Korrekturen in Blei- und Farbstift auf der Rückseite zweier Geschäftsschreiben vom 1.8.1946 und 9.7.1946:

Curriculum vitae

Ich bin am 24. April 1881 in dem Dorfe Morshausen, das auf den Moselbergen liegt, geboren. Dort besuchte ich die Elementarschule. Mein Vater, Johann Kneip, war der Dorfvorsteher; er wie alle anderen Bauern, war durchaus antipreußisch eingestellt, und so erwuchs auch in mir schon im Elternhause, wo ich die volksfremden und verhaßten preußischen Beamten aus- und eingehen sah, von frühauf der Widerstand gegen das Preußentum.

Von 1897-1902 besuchte ich das Gymnasium in Koblenz. Dann studierte ich katholische Theologie im Priesterseminar zu Trier und weiter auf den Universitäten in Bonn, London und Paris Philosophie und Philologie. In Bonn machte ich das philologische Staatsexamen und wirkte dann als Lehrer an höheren Schulen in Hessen-Nassau. Im Frühjahr 1921 wurde ich auf meinen Wunsch in die englische Zone nach Köln versetzt. Aber hier fand ich am Reformrealgymnasium in dem preußisch-militaristischen Direktor und mehreren Kollegen von der gleichen Gesinnung solch scharfe Gegner meiner Erziehungsgrundsätze, daß ich 1929 meinen Abschied nahm. Ich suchte nun, da ich das Unheil des Nationalsozialismus heraufkommen sah, in Vorträgen außerhalb der Schule auf die Jugend einzuwirken

Ich hatte am Kriege als Nichtkämpfer (in der Dolmetscherschule in Berlin) teilgenommen, und amit war mein Militärdienst beendet.

Bis 1941 hatte ich meine Wohnung in Köln. Als das Propagandaministerium im April 1941 der gesamten Presse und dem Rundfunk das Gedenken beziehungsweise die Feier meines 60. Geburtstages verbot, wurde die Kontrolle über mich in Köln so verschärft, daß ich mich gezwungen sah, in einem entlegenen Eifeldorf Unterkunft zu suchen. In diesem Dorfe (Pesch) lebte und wirkte ich in der Stille bis zum Kriegsende und gedenke, auch weiter hier meinen Wohnsitz beizubehalten.

 


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