02.06.2000:

Das Dorf atmet auf: Arnofete No. 2 ist wahrscheinlich endlich vorbei

Die Online-Redaktion bedauert, erst heute mit dem Bericht von dem Großereignis aufwarten zu können - sie sah sich dazu bislang psychisch und physisch nicht in der Lage. Arno Kremer, der sonst aus Sicherheitsgründen im Köln-Bonner Raum untergebracht wird, war mit 100l Faßkölsch angereist, um seine berüchtigte Lebensfreude unter die Leute zu bringen. Skandalös: Seit der Neuauflage des Events vom Vorjahr (siehe unseren Bericht vom 06.07.1999) hat er noch nicht einmal das Hemd gewechselt.


Organisatorisch gab es dagegen einige Neuerungen: an die Stelle der letztjährigen Abschlusskollekte trat ein Eintrittspreis von DM 20,- für das All-Inclusive Party-Angebot: Kölsch bis zum Abwinken, bzw. bis 21:50 - da waren die 100l nämlich schon Geschichte - Gulaschsuppe, Mettwürstchen und die geschmacklich unangreifbare Hintergrundmusik. Der Kölnerpeter hatte sogar eine Spezial-CD zum Fest gebrannt, auf deren weiteren Vertrieb wir lediglich aus urheberrechtlichen Erwägungen verzichten.


Zunächst hatten sich die Teilnehmer noch keine großen Sorgen gemacht, als bereits nach kurzer Zeit das zweite Faß angestochen werden mußte. Es liegt in der Natur des Hunsrückers, den Augenblick zu achten und keine unnötigen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden. Diszipliniert und ohne allzuviele Worte wurde an dem Fundament für gute Stimmung gearbeitet: ein ausreichender Alkoholpegel.


Er zeigt, wie man es richtig macht - Vortrinker Ango Vogt rät zum unverkrampften Griff zum Kölschglas: "Mehr wie zwei-drei Finger sind nicht notwendig. Kölschgläser sind sehr zerbrechlich und verübeln Drücke von mehr als 800 Gramm pro Quadratzentimeter." Anmerkung für die Teilnehmer seiner Lehrgänge: Der zweite Teil "Tipps und Tricks für den Hektoliterbereich" findet nun doch erst auf dem Murscher Dorffest statt.


Auch dem Kölnerpeter (links) sollten die folgenden 36 Stunden noch mehr abverlangen, als er bei dieser Aufnahme mit dem Malotte Bernd (auch Emmelshausener Bernd genannt) ahnen mochte.


Extra zu Besuch aus Konstanz: Sven-Gören Mauersberger, der erst um 10:30 eintrudelte und deshalb kein Kölsch mehr abbekam. An seiner Seite Ramona Wernecke, ca. einen Monat vor der Entbindung - wir haben das Foto an dieser Stelle abgeschnitten, um unseren Lesern die entsprechenden Downloadzeiten zu ersparen.


Nur mühsam gelang es Arno, die Stimmung im Zaun zu halten. Er versuchte zwar immer wieder durch kurzzeitiges (sehr sehr kurzzeitiges) Leiserstellen der Musik jede übertriebene Euphorie in Grenzen zu halten, aber dies konnte ihm nicht immer gelingen. So war es gut, daß ihm der erste Ortsbeigeordnete Erwin Beres (3.v.r.) autoritär zur Seite stand.


Auch unsere kleineren Gäste waren von Klängen wie "Anton aus Tirol" sehr angetan. Frauentyp Christian Pörsch (Bildmitte) wollte sich jedoch nicht längerfristig an Herbert "Hase" Schmitt (links) binden, und zog es vor, später mit Erwin Beres weiterzutanzen.


Lange Gesichter bei der Putzkolonne: Diese Herren waren viel zu früh angetreten und mußten kurzfristig unbezahlten Urlaub nehmen. Neben den Brüdern Frank und Jan Hammes zeigte sich aber vor allem Richard "Juppe" Eisenhauer, Leadgitarrist der Murscher Band The Serious Petrocheese, von seiner fairsten Seite und spendete seine Lötkolbensammlung dem Jakob Kneip Museum.


Immer im Dienst: Die Notfall-Bereitschaft der Krankenhaus-Fraktion. V.l.n.r. Gisela, Gabi und Kurt Simon (Krankenhäuser Boppard, Simmern, Marienhof Koblenz), sowie Achim Escher (Weisgerber). Zitat: "Wenn sich nicht bald einer verletzt, trink ich aber auch was"


Die Laura war immer zur Stelle, wenn zusätzliche Hilfe gebraucht wurde. Deshalb lautet die Unterschrift zu diesem Bild auch nicht "Jugend durch Alkoholkonsum am Boden", sondern "Was darfs denn bitte sonst noch sein?"


Wen wunderts, wenn zu solch einem Anlaß auch zarte Gefühle entstehen - der echte Gentleman links (Daniel Biersch) macht es richtig: Statt durch plumpe Anmache läßt sich das weibliche Geschlecht viel eher mit kleinen Schmeicheleinheiten (z.B. "Deine Zähne sind viel weißer als das letzte Mal) oder durch Geschenke ("Magst Du ein Stück von meinen Haaren?") beeindrucken.


Der genaue Zeitpunkt des Fetenendes konnte nicht mehr ermittelt werden. Fest steht, daß sich ein Großteil der Gäste bereits zwischen vier und fünf Uhr morgens auf den Heimweg gemacht hatte, so daß Arno zügig mit den Vorbereitungen für den anschließenden Frühschoppen beginnen konnte. Noch ist nicht ganz raus, wann die Feier entgültig für beendet erklärt werden wird, das Schlimmste ist aber vermutlich überstanden.



Design und ©1999 by nespri.de