Februar 2000:

Kirmes 2000 kombiniert mit den Kulturtagen

Das sich kulturelle Bildung und das Feiern der Dorfkirmes gut unter einen Hut bringen lassen, haben die Murscher dieses Jahr mal wieder bewiesen.


Der Schwerpunkt lag beim Feiern. Im beheizten Festzelt tummelten sich (fast) nonstop von Freitag abend bis Sonntag abend Menschen aus allen Berufs- und Altersklassen.


Einer der Musiker, Wolfgang Wagner aus Morshausen, heizte die Stimmung im Zelt mit seiner geübten Stimme ordentlich an. Jens Bayer hielt es bei diesesn Rhythmen nicht lange am Platz: ruck-zuck war er auf der Bühne und unterstützte Wolfgang via Gesang.


Daß jenes nicht nur die Stimmung, sondern auch die Umsätze in die Höhe trieb, war durch das vielfache fröhliche Klingeln der Kassen für jedermann erkennbar.


Auch Guitarman Ritchie, Pianoman Holle und Fangirl Jule sorgten für Begeisterung. Jeder Musikwunsch konnte erfüllt werden. Die Ausdauer der Musiker war nicht zu stoppen. Und wenn sie dann doch mal zufällig alle gleichzeitig etwas anderes als Musik machten, sprang die Musikbox mit reichhaltiger Auswahl für sie ein.


Auch an die Kleinen (Große durften aber auch dahin) war gedacht worden: Zwei Verkaufsbuden (u.a. auch Ballon-Kaputtwerf-Bude) und ein herzallerliebstes Karusell waren auf kleinstem Raum aufgestellt worden und trugen mit ihrer Gabe Kinder aller Altersklasse herbeizulocken, zur gemütlichen Stimmung nicht unerheblich bei.
Auch im nächsten Jahr darf man sich dieser Kirmesidylle erfreuen: die Budenbesitzer wollen allein schon wegen der 'Debbekoche' (leckere Karfoffelmasse mit Zwiebeln und Fleischstückchen) wieder kommen.

Außerdem von großer Wichtigkeit für das Wohlbefinden waren die ausgewogenen Mahlzeiten: Neben dem Fleisch vom Grill (vom dorfeigenen Metzger) gab es auch viel Selbstgemachtes. Viele, viele Helfer hatten sich wieder die Mühe gemacht, traditionelles Essen heranzuschaffen. Neben allerbestem selbstgebackenen Kuchen gab es am Sonntag nach altem Rezept gebackenen 'Äbbelplatz'. Etwa ein Duzend Backbleche voll des herrlichen Hefeteiges mit besten Äpfeln kombiniert, wurden eigens für die Kirmes gebacken und verkauft. Für das Mittagsmahl waren etwas mehr als ein Duzend 'Debbekoche' gebacken und herangekarrt worden. Alle gegessen! Nicht zu vergessen sind die nach alter Tradition hergestellten Brotleibe. Eine detailierte Darstellung des Brotbackens kann man in unserem Bericht Brotbacken nach über 30 Jahren Ofenpause nachlesen.

Wer nach all diesen Angeboten immer noch nicht ausgefüllt war, der konnte sich auch auf kultureller Ebene vergnügen. Wenige Schritte vom Festzelt entfernt war am Samstag und Sonntag für jedermann die Tür des Jakob-Kneip-Museums geöffnet. Viele der Gäste fanden sich dort ein und genossen die erweiterte Ausstellung. U.a. konnte man neben den Werken von Jakob Kneip auch Zeichnungen und Grafiken von Fritz Eger, Luftaufnahmen von Morshausen und aktuelle Projekte des Jakob-Kneip-Teams begutachten.


Etwas ausgelagert, aber dennoch gut zu Fuß zu erreichen, waren die 'Hunsrücker Geschichten'. In der Bürgerhalle wurden am Sonntag von 16.00 - 18.00 Uhr verschiedene Einlagen gegeben. Regierungspräsident Gerd Danco las aus Werken von Jakob Kneip und Peter Joseph Rottmann. Eva Maria Schneider (bekannt als Marie-Goth im Film Heimat), Gerd Danco und Horst Hohl unterhielten mit Mundartvorträgen. Tonbandaufnahmen von 1951/56 ließen schließlich die Originalstimme von Jakob Kneip die Halle erfüllen.


Die Organisation, Durchführung und Aufräumarbeiten sind dank vieler helfender Hände (für die Aussenstehenden Begutachter) glatt von der Bühne gegangen. Die Umsätze lagen trotz des schlechten Wetters in Rekordhöhe. Mit solch einer mentalen und finanziellen Basis darf sich die Weltöffentlichkeit auf die Kirmes im nächsten Spätsommer freuen.



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