21.11. - 12.12.1999:

Ein Murscher erstürmt den höchsten Berg Amerikas

...und schickt am 11.12.99 eine Mail:

Hallo Moni!
Wir haben nach deinen Empfehlungen gemass, den Aconcagua am 6.12. planmassig bestiegen!
Sind auf dem Rueckweg. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
Gruss Achim & Wastl!

Juchhuu! Es geht ihnen gut und bald erfahren wir Genaueres. Am 13.12.99 hat sich Achim mit dem Handy gemeldet. Gesund und wohlbehalten haben er und Wastl den Abstieg geschafft und befinden sich wieder in Deutschland, bzw. Wastl wahrscheinlich in Österreich. Achim wird vorraussichtlich am 14.12.99 bei uns eintreffen. Wir sind gespannt auf seinen Bericht und freuen uns schon auf die Bilder.

... einige Tage zuvor war das erste Fax gekommen:

Es ist am 01.12.99 um 7.45 Uhr bei uns eingetroffen. In Argentinien passiert alles 13 Stunden später, d.h. Achim hat das Fax dort am 30.11. um 18.45 weggeschickt.
Damit es deutlicher zu lesen ist, wiederholen wir nochmal den Wortlaut:

'Hallo Moni!
Sind bis jetzt gut unterwegs und beginnen jetzt mit dem eigentlichen Aufstieg. Grüße an alle und auf ein baldiges Wiedersehen.
Achim'


Das sind doch tolle Nachrichten. Achim geht es gut und offensichtlich liegen sie im Zeitplan. Wir drücken Wastl und Achim weiterhin die Daumen und werden auch die nächste Meldung veröffentlichen. Im folgenden werden die Kletterer und ihre Tour beschrieben.

Achim Escher, bis vor etwa 15 Jahren hauptsächlich Installateur und Murscher. Von dem Moment an jedoch, als er zum ersten Mal auf der Alm logierte, war klar: Achim ist fälschlicherweise im Hunsrück geboren worden - er hätte in die Berge gehört.
Lange ließen die Extreme nicht auf sich warten: sei es beim Skifahren oder beim Klettern. Eine Amateurausrüstung reicht da nicht. Beim Skifahren verläßt er häufig die Piste. Wo andere mit der Seilbahn die Steilhänge hoch gegondelt werden, spannt sich Achim Felle unter die Skier und läuft hinauf, um im Tiefschnee den gesamten Berg auf der anderen Seite wieder hinab zu fahren.


Hier schaut der Wastl. Im Allgemeinen ist er Achims Bergführer, im Besonderen ist er jedoch ein guter Freund. Wastl lebt mit seiner Familie in der Nähe von Kitzbühl und ist dort Leiter der Berg- und Wanderschule Ellmau und der Alpin- und Skitourenschule Hohe Tauern & Kitzbühler Alpen. Die Österreicher Berge allein genügen Wastl jedoch nicht. Er führt als erfahrener Kletterer viele Gruppen durch interessante Berge in aller Herren Länder. Achim konnte auf diese Weise z.B. Teile des Kaukasus und den Kilimanjaro kennenlernen.


Wastl und Achim befinden sich hier an der Roggalspitze in Österreich. Ob das schon zu den Trainingsvorbereitungen für den Aconcagua in Amerika gehört hat, wissen wir nicht. Für die Tour in Argentinien wurde weit im Vorfeld jedenfalls kräftig trainiert. Drei Wochen vor dieser Reise war Achim mit seinem Trainingsplan derart ausgelastet, daß er noch nicht mal für sonst selbstverständliche Freundschaftsdienste Zeit hatte. Außerdem mußte viel organisiert werden, wie z.B. die Ausrüstung erweitern und die Packliste zusammenstellen. Im folgenden ist Wastls Packempfehlung an Achim für die dreiwöchige Amerikatour zu lesen.


Ausrüstung

Medikamente im Packsack

Hygiene im Packsack

Reiseunterlagen

Kochgeschirr

Nahrungsmittel

Sorgfältig ausgerüstet startete Achim am Freitagabend, dem 19. November seine Tour. Zunächst fuhr er zu Wastl, um mit ihm gemeinsam letzte Vorbereitungen treffen zu können. Kurz vorher ließ er uns aber noch eine Informationsbroschüre da. So sind wir in der Lage, ein paar genauere Beschreibungen über den höchsten Berg von Amerika abgeben zu können.

Aconcagua, höchster Berg des Kontinentes Amerika:

Etwa 12 km östlich der Grenze von Chile und 150 km nordöstlich von Santiago und noch viel näher an Mendozza baut sich der 6959m hohe Aconcagua auf. Dieser Berg ist, technisch gesehen, ein relativ leichter Berg. Aufgrund seiner exponierten Lage - der Aconcagua überragt seine Nachbargipfel um fast 1500 Höhenmeter - sowie der großen Höhe von fast 7000 Metern ist er jedoch berüchtigt für seine kalten Höhenstürme und seine häufig sehr spontan einsetzenden Wetterstürze.
Erstbestiegen wurde der Aconcagua von dem Schweitzer Führer Matthias Zubriggen im Jahre 1897. Eine polnische Expedition erreichte den Gipfel über die Ostseite im Jahr 1934, seither wird dieser Pfad 'Polenroute' genannt.
Mittlerweile gehört der Aconcagua unter den Kletterern zu den begehrtesten Zielen. Am Basislager 'Plaza de Mulas' bevölkert in der Saison eine Zeltstadt von 200 und mehr Bergsteigern diese idyllische Gegend.
Außer von den Witterungsbedinungen ist man auch noch von den Behörden abhängig. Man muß sich ein permiso besorgen: die Quittung für den Eintritt in den Naturpark Aconcagua, dazu bekommt man auch numerierten Müllsack. Das kostet ca. $80 für einen 20 tägigen Aufenhalt in diesem Park.
In Puente del Inca beginnt der lange Weg zum Basislager des Aconcagua. (Quelle: Traumberge Amerikas von Eckehard Radehose)
Die geplante Route von Achim und Wastl werden wir weiter unten auflisten. Sie werden vorraussichtlich über die Polenroute aufsteigen, die hauptsächlich im Eis oder kombinierten Gelände verläuft. Jedoch: egal auf welchem Weg man zum Gipfel gelangen möchte, eine gute Akklimatisation ist unabdingbar.

Vorgesehener Programmablauf Aconcagua 1999 von Wastl Fürstaller und Achim Escher:

Leider klettern die beiden da in einem Gebiet herum, wo ein Handy nichts Wert ist. Vielleicht hat Achim zwischendurch mal die Möglichkeit, sich zu melden. Wir warten mit Spannung auf die Rückkehr, und werden Achims Bericht sofort auf diesen Seiten erscheinen lassen.
Nun noch noch ein Blick vom höchsten Berg Amerikas auf seinen etwas niedrigeren Südgipfel.



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